Montag, 15. Juni 2026 | 18:00 Uhr
- Lesung
- Anmeldung: ab 1. Juni 2026
- Treffpunkt: Antikensammlungen
- Einlass ab 17:30 Uhr
- Kosten: € 20,–
Quo usque tandem abutere, Catilina, patientia nostra?
Wie lange noch, Catilina, willst Du unsere Geduld missbrauchen?
In der Nacht vom 6. auf den 7. November 63 v. Chr. erhält der Konsul der römischen Republik, Marcus Tullius Cicero, sichere Hinweise auf ein Attentat, das in den frühen Morgenstunden auf ihn begangen werden soll. Blitzschnell reagiert der gewiefte Politiker und weiß nicht nur den Anschlag zu verhindern, sondern beruft umgehend eine Senatsversammlung in den Tempel des Jupiter Stator am Fuß des palatinischen Hügels ein. Im Morgengrauen treffen sich die Senatoren – unter ihnen auch Lucius Sergius Catilina, der hinter den Mordplänen gegen Cicero steckt, aber dreist genug ist, sich im Senat zu zeigen und so zu tun, als habe er mit dem Komplott nichts zu schaffen.
Obwohl er gewichtige Beweise gegen seinen Rivalen in den Händen hält, befindet sich der Konsul in keiner rosigen Lage: Viele Senatoren sympathisieren mit Catilina, der – anders als der Emporkömmling (homo novus) Cicero – aus altem, wenn auch verarmten patrizischem Adel stammt; andere halten die Verdächtigungen zwar für im Kern real, sie scheinen ihnen aber vom präsumtiven Opfer in ihrer politischen Gefährlichkeit künstlich aufgebauscht zu werden. Kurzum: Man glaubt, es eher mit einer „Schulhofkeilerei“ als mit einem Versuch zum Umsturz der staatlichen Ordnung tun zu haben. Es besteht mithin keine Möglichkeit, ein senatus consultum ultimum, einen letztgültigen Senatsbeschluss, zu erwirken, der es erlauben würde, Catilina und seine Spießgesellen wegen Hochverrates festnehmen und hinrichten zu lassen.
Cicero bleibt deshalb nur ein Weg, der Lage Herr zu werden: Er muss die Form wahren, aber dennoch einen solchen Druck auf Catilina ausüben, dass dieser von selbst die Segel streicht und Rom verlässt. Dieser Zwangslage und der Genialität des Redners verdanken wir eine der größten rhetorischen Leistungen der Weltgeschichte: die erste Catilinarische Rede. Sie kommt in den Antikensammlungen von Neuem zum Vortrag – gelesen von Sven Schöcker, eingeleitet von Christian Gliwitzky.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, die Kosten belaufen sich auf € 20,- pro Person. Wir bitten, den Betrag möglichst passend in bar zur Veranstaltung mitzubringen.
Anmeldung: Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich und ab Montag, 1. Juni 2026 telefonisch bei der Geschäftsstelle des Vereins möglich: Frau Tina Wünsche | Tel. 089–28 78 8182 (Mo.–Fr. 10:00–13:00 Uhr, Do. zusätzlich 14:00–16:00 Uhr).
Zusätzlich bieten wir ab Montag, 1. Juni, 9:00 Uhr eine Online-Anmeldung (ausschließlich für Mitglieder) an. Dafür ist beim ersten Mal eine Registrierung erforderlich.
Eine Anmeldung per E-Mail ist nicht möglich.
Bitte beachten Sie: Bei unentschuldigtem Nichterscheinen angemeldeter Personen wird die Anmeldegebühr trotzdem fällig! Bitte überweisen Sie die Anmeldegebühr in diesem Fall auf unser Konto. Herzlichen Dank.
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